211 SET: Analoge Kette

Die Endstufe

Hier möchte ich meine Erfahrung eines analogen Setups wiedergeben, welches im Laufe der Zeit mehrmals upgegradet wurde.

Ich verwende 2 Monoblöcke von New Audio Frontiers: Modell Stradivari 211/M. Diese besitzen gegenüber der Standardversion vom Hersteller großzügiger dimensioniertere Übertrager und Transformatoren der Netzsektion. Die Verstärker erzielen durch parallele single-ended Schaltung von 2 211 SET jeweils 50 Watt Ausgangsleistung.

Nach einigen Tests mit Telefunken ECC82 Derivaten verwende ich als Eingangsröhren General Electric JG 6189 Baujahr 1964. Diesen wurden explizit vom Konstrukteur der Monos empfohlen und zur Verfügung gestellt. In meinem Setup verfügen sie über einen wärmeren, gefälligeren Grundton und tragen massgeblich zu einem sanfteren musikalischeren Sound bei. Röhren mit Telefunken Design empfinde ich mittlerweile als zu hell, teilweise wirken diese sogar schroff.

Die Monoblöcke verfügen über eine Auto-Bias Funktion in allen Verstärkerstufen. Thorsten Fennel Lieferant der Kette riet dennoch zu einem kompletten Matching der Baureihe 211-Trioden. Diese stammen vom Hersteller RSD und verwenden ein klassisches RCA-Design.

Sowohl die 211er VT-4C Endstufenröhren als auch die Eingangsröhren JG 6189 bedürfen zur Entfaltung ihres vollen Potentials eine Einspielzeit von 100+ Stunden.  Bei mir waren es etwa 150. Dies gilt insbesondere für die General Electric 6189, welche ich immer wieder zwischen den Monoblöcken getauscht habe bis ein harmonisches Klangbild entstand.

Vorstufen

Als Vorstufen kommen eine New Audio Frontiers Stradivari Phono und eine Performance MZ Line zum Einsatz. Bei beiden Geräten handelt es sich um exklusive Versionen von Thorsten Fennel. Auch hier wurden Baugruppen gegenüber dem Serienmodell modifiziert, im Falle des Phono Pre-Amps beispielsweise das MC Potentiometer und die Übertrager.

Die Wahl der Vorstufe beeinflusst den gesamten Sound des Setups in einem Maße wie es ebenfalls die Eingangsstufe des Verstärkers tut.

Zuspieler

Als Plattenspieler kommt ein Linn LP12 der Ausbaustufe Klimax zum Einsatz, jedoch ohne Urika Phono Pre-Amp. Er ist mit dem Sub-Chassis Keel ausgestattet und verfügt neben dem Ekos SE Titan-Tonarm über ein Kandid MC-Cartridge und eine Radikal Gleichstrom-Motorsteuerung.

Auch bei einem gut ausgestatteten LP12 sind der richtige Tonarm und Cartridge in der Lage die Detailauflösung nochmals nachhaltig zu verbessern.

Verkabelung

Für die Verkabelung zwischen den Vorstufen werden ausschließlich Kabel des norwegischen Herstellers Black Magic verwendet. Diese zeichnen sich durch eine extrem hohe Transparenz und Natürlichkeit aus. Alle Kabel welchen den Weg zwischen Plattenspieler und Lautsprecher bilden wurden zusätzlich von Black Magic kryogenisch behandelt um auch das letzte Quäntchen an Leitfähigkeit sicher zu stellen.

Die Kabel prägen den Sound des Setups in einem Maße, dass es verwunderlich erscheint das vielerorts Kabel als „vernachlässigbarer“ Faktor in einem Hifi System abgetan werden.

Auch die Kabel brauchen etwa 40 Stunden Einspielzeit bis sie ihren vollen Klang entfalten.

Ordentlich aufgebaute Stromkabel tragen ebenfalls zu einer Klangverbesserung der Anlage bei und sollten richtig ausgephaset sein.

Resümee

Wer bis hierhin gelesen hat wird sich sicher fragen ob der technische Aufwand für ein bißchen Musik gerechtfertigt ist.

Dies muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Ich hatte die Möglichkeit verschiedene unterschiedliche Philosophien und Systeme zu hören. Dieses (mein) Setup ist somit die Quintessenz meiner bisherigen Hörreise.

Es macht einfach Spass damit Musik zu erleben. Eine Bühne die dreidimensional im Raum steht, ein sanfter aber sehr detaillierter Klang, bei dem man immer wieder neue Feinheiten in alten Schätzen entdeckt.